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a jeda is a sepp

da fremde

gedämpftes licht
rosiger schimmer
verspricht wärme
doch verschwimmt
in schalem rauch

gläser head ma klirren
stimmengewirren
es raunt beflissen
die gruppe der stammtischler

auf oamoi geht die tür auf
und olle schaung´s wia gebannt
des raunen weicht plötzlich der stille
beklommenheit macht sich breit

da wirt schaut no amoi umme
zum tisch mit die stammleit
dicke schnauzbärtige
lodenmantelträger
doch se verhoid´n si ruhig

ma sicht nur stumme blicke wechseln
se schaun si fragend gegenseitig o
am tisch is nur geheimnisvolles flüstern
dezent doch verschwörerisch zugleich

ja herrgott
wos macht denn der do herin´d
host du den scho moi g´seng
und wos er o hod
und wia´ra ausschaut
der hod bestimmt wos zum verberg´n

und schau der oide rucksog
den er do umhod
grod wia´ra vagabund kimmt er daher
ob der woi irgendwo dahoam is
oder womöglich auf der flucht
und wieder kon´ma d´ glock´n leit´n hean
vum kircherl an da kreuzung nebenan
sie ziert stolz
den hauptplotz vum ortskern
wo´s oiwei beten
in andacht an den herrn

da wirt frog´d ´n wos er mecht
und stellt eahm an bierkrug an´ tisch
da fremde bedankt sich leise
und hockt se hi
die frau vom huaba
schaut entsetzt und voller angst
schaugt´s amoi
wos gestern in da zeitung stand

der kindermord
vun letzter woch in plattling
a großer dunkler mo mit schwarze hoor
se hom eahm ned erwischt
bis heit ned
mein gott des arme kind
es war doch no sooo kloa

die blicke drehen ängstlich ihre runden
und koana fühlt si wohl in seiner haut
die frau vum huaba moant
sie müaßt jetz hoamgeh
steht langsam auf
und geht zur tür hinaus

wos moans´d ob er woi sei messer in da tasch´n hod wos er woi vorhod
seine aug´n so finster
dem is ois zuazumtraun
ja und wos wenn er si vun uns
im dorf oan aussuacht
schickt´s fei ja die kinder
in´s haus und sperrt´s es ob

da wirt frogt eahm ob er jetz glei zoin kannt es war jetz wirklich besser wann er geht
da fremde trinkt sei bier aus
und schaut si unsicher um
er versteht die eigenartige stimmung ned und er mecht geh …

am stammtisch fassen´s endlich mut
bedeutungsvoll schaug´n se si o seit´s fei ja auf der hut
doch entschlossen
fassen se si a herz und stengan auf
se stell´n si vor die tür
und lassn eahm ned naus

da fremde frogt wos is
wos hob i eich ´doa
no nix sogn´s
aber unsere kinder
die kriagst du ned dran

es rinnt eahm scho in´s g´nack vor angst der schweiß
se grinsen sicher
aha des is nähmlich der beweis….

die panik überkimmt eahm
er rennt nach der tür
mutig hoidn´s´n fest
schlog´n eahm an kruag übers hirn

er versuacht no weidazumkriachan doch die frau Vum huaba is scho do
an jager hod´s alarmiert
und scho flaggd sei hirn auf´m flur

und wieder kon´ma d´ glock´n leit´n hean
vum kircherl an da kreuzung nebenan
sie ziert stolz
den hauptplotz vum ortskern
wo´s oiwei beten
in andacht an den herrn

© Ludwig Wiedenmann

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